Historisches Ensemblebild aus Der gute Mensch von Sezuan

1992

Episches Theater

Der gute Mensch von Sezuan

Über die Produktion

Abgesehen von der Religionskritik Brecht's, zeigt das Stück die Schwierigkeit menschlichen Daseins. Als guter, die Gebote der Götter einhaltender Mensch, wird Shen Te – einmal zu bescheidenem Wohlstand gekommen – von ihren früheren Freunden erbarmungslos ausgenützt. Deshalb läßt sie den Vetter auftreten. Shen Te selbst kann nicht hart und rücksichtslos sein, es gelingt ihr nur durch die Maske des Vetters. Und dies ist der Punkt, der die Zeitlosigkeit des Stückes ausmacht. In jedem von uns stecken Shen Te und Shui Ta. Jeder vernünftig denkende Mensch versucht seinem Nächsten zu helfen, aber nur bis zu dem Zeitpunkt, an dem man bemerkt (oder auch nicht?), daß man ausgenützt wird. Und dann wird Shui Ta in einem wach und vertritt die egoistischen Interessen des Einzelnen. Diese Spaltung ist so alt wie der Mensch selbst, da sonst ein Überleben, und zwar in jeder Gesellschaftsordnung, nicht möglich ist. Das Problem liegt darin, einen erträglichen Mittelweg zu finden.

Niemand mag hier zu sagen, wer Recht hat, deswegen auch der offene Schluß. Die Götter entschwinden unter anderem deswegen unverrichteter Dinge, da sie ihre Gebote dem Menschen gegeben haben – die Interpretation der Gesetze der Götter bleibt dem Menschen überlassen. Und in diesem Punkt muß man den Göttern Recht geben, da der Mensch sonst nicht mehr mündig wäre. Die Interpretation des Stückes wird dem Zuschauer überlassen.

Allerdings: Den guten Schluß dieser menschlichen Tragödie, der im Epilog so heftig gefordert wird, haben schon die großen Philosophen der letzten Jahrtausende gesucht – gefunden haben sie keinen vernünftigen. Vielleicht sind nicht die Gebote der Götter tödlich, sondern der Mensch mit seiner Mündigkeit überfordert?

Buuzi, „Versuch einer Annäherung“, Programmheft 1992

Auf der Bühne

Wang Volker
Die drei Götter, Achtköpfige Familie Elvira
Die drei Götter, Achtköpfige Familie Buuzi
Die drei Götter, Lin To KlausShen Te/Shui Ta BärbelYang Sun, Achtköpfige Familie Jochen
Frau Yang, Achtköpfige Familie Steffi B.
Die Witwe Shin Ati
Achtköpfige Familie, Frau des Teppichhändlers Christel
Shu Fu, Achtköpfige Familie Bernd
Der Polizist, Der Arbeitslose, Der Teppichhändler, Achtköpfige Familie Oli
Achtköpfige Familie Joachim
Mi Tzü Irene

Hinter der Bühne

Regie und weitere bestätigte Credits.

  • Gesamtleitung & RegieBrigitte
  • Beleuchtung/TechnikJörg
  • BühnenbildChristel
  • MusikVolker
  • KlavierbegleitungSimone
  • TonMatthias
  • Schreinerarbeiten am BühnenbildSteffen

Szenen & Proben

Kuratierte Auswahl aus dem vorhandenen Material.

Plakat, Programm & Presse

Historische Drucksachen und Dokumente zur Produktion.

Plakat

Programmheft